Madeira-Wein: die "Erfindung"

Wie der Madeira-Wein "erfunden" wurde

Durch Zufall, so die Überlieferung, wurde die Qualität des Madeira-Weins nach einer Schiffspassage nach Macao entdeckt.


Viel Arbeit steckt in dem Madeira-Wein

Mit dem Madeira-Wein ist das so eine Sache. Er wächst ja nicht einfach so in den Weingärten Madeiras, sondern er ist regelrecht "erfunden" worden. Es bedarf sehr viel Arbeit, bevor eine Flasche Madeira-Wein "fertig" ist.
Genau so zufällig, wie man den Espada, den schwarzen Degenfisch in der Tiefsee fand, so entdeckte man die besondere Qualität des Madeira-Weines.Dieser Aperitifwein wird auf eine ganz besondere Weise hergestellt. Die blauen Weinreben liefern nämlich nur einen ganz normalen Tischwein, der wegen der besonderen vulkanischen Bodenverhältnisse bereits von hervorragender Qualität ist.
Was die Legende über den Madeira-Wein erzählt: Ein Segelschiffkapitän, der vor mehr als 400 Jahren Wein von Madeira zur purtugiesischen Kolonie Macao bei Hongkong bringen musste, wurde die Fässer am Bestimmungsort nicht los. Wahrscheinlich hatte der Käufer kein Geld mehr zum Bezahlen. Der madeirensische Skipper nahm den Wein wieder an Bord. Da man den Frachtraum für Gewürze, Tee, Seide und Edelhölzer benötigte, kamen die Fässer an Deck und wurden dort verzurrt. Bei der monatelangen Rückfahrt wurden die Weinbehälter unter der tropishen Sonne stark erhitzt und durch Seegang ordentlich durchgeschüttelt.
Kurz vor Madeira wollte der Kapitän die Eichenfässer über Bord werfen lassen. Er vermutete, dass der Wein längst verdorben sei. Ein Matrose kostete doch von dem Rebsaft und stellte fest, dass er seinen Geschmack verbessert hatte. Der Wein war unter der Einwirkung der Sonne fermentiert.
Von da an ließen die Madeirenser Winzer den Wein als Decksladung über den Äquator und zurück verschiffen - immer mit dem gleichen guten Ergebnis. Doch diese Art der Weinherstellung war mühselig, zeitraubend und sehr teuer. Man versuchte den edlen Tropfen "künstlich" herzustellen, doch es sollte noch mehr als eineinhalb Jahrhundert dauern, bis man ein praktikables Verfahren fand.

Andere Weine würden umkippen

In segenannten Heizhäusern reift heute der Rebensaft auf der Insel bei Temperaturen um 45 bis 75 Grad zum bekannten Madeira heran. Die preiswerten eine lagern rund fünf Jahre in Eichen- oder Nussbaumfässern. Kostbarere Sorten bringen es auf 20 Jahre und mehr, bevor sie auf Flaschen gezogen werden. Kein anderer Wein auf der Welt verträgt diese rauhe Behandlung. Ein rheinischer Riesling würde schnell umkippen, wollte man ihn über Jahre hinweg bei Temperaturen um 45 Grad lagern.
Bei dem Madeira-Wein handelt es sich um einen aufgespritzten, also mit Weinbrand angereicherten Wein. Der Alkoholgehalt liegt je nach Sorte zwischen 17 und 22 %Volumen.
Laut dem Instituto Do Vinho Da Madeira (Weininstitut von Madeira) gibt es folgende vier Rebsorten, die als "edel" gelten: SERCIAL, trocken; VERDELHO, halbtrocken; Bual, halbsüß; Malmsey, süß.Übrigens: Madeira-Wein sollte stehend - also nicht wie üblich liegend - gelagert werden. Er sollte aber unbewegt in einer dunklen Ecke, möglichst mit hoher Luftfeuchtigkeit gelagert werden. Eine Neuverkorkung ist nach spätestens 40 Jahren ratsam.In vielen Weingeschäften kann man den Madeira probieren bevor man ihn kauft.


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