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Es begann 1981 - Vom Saulus zum Paulus

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1981 lernte ich auch einen ganz besonderen Madeirenser in Machico kennen, einen Mann, der vom Saulus zum Paulus wurde. Eleuterio Reis war einst der Comandante der Walfangstation in Caniçal. Als 1981 der Walfang rund um Madeira eingestellt wurde, mutierte der kleine stämmige Mann zum fast fanatischen Walschützer. Mit eigener Hand formte er das Halbmodel eines Wals, das in dem von ihm mitbegründeten Walmuseum in dem Fischerdorf Caniçal neben original Fangbooten und Harpunenlanzen ausgestellt ist. Heute ist aus dem anfänglichen Provisorium ein international anerkanntes Walmuseum geworden, in dem auch die Internationale Walfangkommission (IWC) getagt hat.

Als der Streifen „Moby Dick“ mit Gregory Peck in der Hauptrolle 1954 zum Teil vor Madeira gedreht wurde, weilte auch Regisseur John Huston auf der Blumeninsel. Großes Gaudi, als sich bei der Uraufführung die Walfänger in dem Film wieder erkannten. Die Statistenrollen machten sie bei ihren Landsleuten berühmt. In seiner Wohnung in Machico erzählt Comandante Eleuterio Reis mir stolz von seiner Mitwirkung als sachkundiger Berater beim Film um Moby-Dick. Eleuterio wusste von den Dreharbeiten auch eine lustige Begebenheit zu erzählen. Die Requisiteure hatten aus Gummi und Holzlatten einen Wal, eben diesen Moby-Dick, nachgebildet. Im Inneren dieses Ungetüms saß ein Mann, der mittels Tretbootmechanik das Ungetüm nach Anweisung von John Huston über die See vor Caniçal und São Laurenço schipperte. Dabei, so Eleuterio, frischte an einem Drehtag auf See der Wind etwas zu sehr auf. Die Wal-Attrappe geriet außer Kontrolle und drohte auf den offenen Atlantik hinaus zu treiben. Nur mit Hilfe der Marine sei der Gummiwal eingefangen worden. Ende gut, alles gut. Gegenüber Madeira News betonte der 1994 verstorbene Eleuterio Reis die Ungefährlichkeit der Waljagd. Trotzdem gab es ernsthafte Unfälle. Harpunierer haben sich in der Leine verfangen, die mit der Harpune verbunden ist, und wurden vom verwundeten Wal vom Boot ins Wasser gezogen.

Die ersten Walfänger kamen 1940 von den Azoren nach Madeira und wurden hier sesshaft. Die erste Walfangstation war in Porto Moniz, wo sie zehn Jahre blieben, über Funchal gingen sie dann nach Caniçal, wo sie sich bis 1981 einrichteten. Eine Zeit lang waren noch die alten, verrosteten Tanks für Walöl und die Betonbahn, auf der die Tiere an Land gezogen wurden, zu sehen. Die Tiere wurden zerteilt und der Speck zu Tran verkocht. Es stank fürchterlich in der Umgebung, wissen heute noch Anwohner zu berichten. Das Gelände der ehemaligen Walfangstation wird heute von der Freihandelszone beansprucht.

Funchal hat rund 112.000 Einwohnern. Hier ist auch der Sitz der autonomen Regierung mit Alberto João Jardim als Präsident an der Spitze. Er wurde 1978 zum ersten Mal gewählt. Während seiner Regierungszeit entwickelte sich Madeira von der ärmsten Region Portugals zur Region mit dem zweithöchsten Lebensstandard nach Lissabon. Sein Führungsstil gilt als autoritär und patriarchalisch. Er ist regionaler Chef der Mitte-rechts Partei PSD (alle Angaben zu Jardim aus Wikipedia). Jardim ist bei Teilen der Bevölkerung nicht unumstritten. Aber das ist ja bei (fast) jedem Regierungschef der Fall, warum also nicht auch auf Madeira. Trotz des starken Tourismo hat Madeira auch große Geldsorgen. Zum Beispiel die Feuerwehr (Bombeiros) haben seit Monaten kein Gehalt mehr bekommen. Krankenschwestern im Hospital geht es ebenso.

 

Hafen von Funchal

Madeira Webcam

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